Frei sein

I wish I could give
All I’m longin’ to give
I wish I could live
Like I’m longing to live
I wish I could do
All the things that I can do
And though I’m way overdue
I’d be startin’ anew
Well, I wish I could be
Like a bird in the sky
How sweet it would be
If I found I could fly…

(Nina Simone, I wish I knew how it would feel to be free)


Für mich sind Schwalben und ihre wilden Flüge, begleitet von spitzen, durchdringenden Schreien, das absolute Symbol für Freiheit und Freisein. Am Fenster stehen und zusehen, wie sie sich scheinbar schwerelos durch die Luft bewegen, urplötzlich die Richtung ändern, nach oben steigen oder nach unten fallen lassen und offensichtlich trotzdem immer wissen, wo es für sie hingeht. Es öffnet mir das Herz, Schwalben zu beobachten, natürlich auch, weil ihr Kommen für einen Neubeginn steht, nämlich den des Sommers.

In vielen Situationen unseres Lebens haben wir das Gefühl, dass unser Handeln einem festen, vorgeschriebenen Ritus folgt. So und nicht anders soll es sein! Bloß nicht aus der Reihe tanzen!

Und wie ist es mit unseren Gedanken? Sind sie wirklich so frei, wie es in einem alten Volkslied heißt? Zweifeln wir nicht auch in Bezug auf unser Denken öfter daran, ob es auch wirklich die richtige Richtung einnimmt?

Wir trauen uns in der heutigen Zeit und gerade aktuell kaum noch, einfach mal „quer“ zu denken, nicht dem Mainstream zu folgen. Das Wort ist belegt. Aber eigentlich heißt es doch in Bezug auf uns selbst nur, dass wir – wie die Schwalben – unsere ganz persönliche „Flugrichtung“ wählen.

In vielen Situationen ist es wichtig, dass wir uns erlauben, unser Handeln und auch unser Denken nach innen zu spiegeln. Passt es für uns in diesem Moment oder wäre es nicht klug, innerlich einen gewissen gedanklichen Abstand herzustellen, um dann freier entscheiden zu können. Wir folgen oftmals schnell bestimmten Vorgaben. Dabei war es schon immer durchaus förderlich für die Ergebnisse unseres Denkens und Handelns und ist es auch heute noch, wenn wir die Lebensthemen erst einmal gedanklich frei hin und her bewegen.

Wir wissen alle, dass unsere aus uns selbst kommende Kreativität Zeit und ein Gefühl von frei sein braucht, um die für uns passenden Ergebnisse zu „produzieren“. Denken wir an die Schwalben, wenn es darum geht, eine wichtige Entscheidung zu fällen. Lassen wir uns fallen! Ändern wir die Richtung! Steigen wir nach oben! Wenn wir dann den Impuls bekommen, „einen spitzen Schrei“ ausstoßen zu müssen, ist der Gedanke frei und passend, um in ein Handeln umgesetzt zu werden.

Meine Wegbegleiter