Stabilität von innen heraus

Alles brennt
Alles geht in Flammen auf
Alles was bleibt
Sind Asche und Rauch
Doch zwischen schwarzen Wolken
Seh‘ ich ein kleines bisschen Blau
Ich halt‘ die Luft an, lauf‘ über die Glut
Alles wird gut
Oh ah, alles wird gut

(Johannes Oerding, Alles brennt)


 Wo sind sie geblieben, die Ankerpunkte unseres Lebens? Im Augenblick erscheint es vielen von uns so, als ob die Dinge, an denen wir uns bisher orientiert haben, plötzlich in Frage gestellt werden, ohne dass wir direkt involviert sind oder irgendeine Möglichkeit haben, dies zu ändern. Wir können uns ständig über alles, was so in der Welt, in unserem Land und in unserer Stadt passiert, informieren und machen dies auch. Und selbst, wenn wir uns mal eine „Auszeit“ von der Nachrichtenvielfalt auferlegen, bleibt das Gefühl der Unsicherheit. 

Manche von uns engagieren sich sozial oder politisch, in der Hoffnung, dadurch etwas das Gefühl des Ausgeliefertseins zu überwinden und wieder ansatzweise die Kontrolle über ihr Leben zu bekommen. 

Andere wiederum haben für sich Formen der geistigen Auseinandersetzung mit dem momentanen Leben entwickelt, indem sie sich stärker an irgendeiner Religion orientieren oder Religion ähnliche Formen in ihr Leben einbinden. 

Mir erscheint es wichtig, dass wir vor allem schauen, wie wir unsere innere Stabilität, die wir alle besitzen, wieder aus uns selbst heraus stärken. Das halte ich nicht für eine egozentrierte Sichtweise. Denn wenn wir in der Lage sind, die positiven Facetten unserer Persönlichkeit zu aktivieren, können wir die Herausforderungen unseres jeweiligen Lebens besser meistern und dadurch auch im Außen zugewandt agieren. Es geht um die kleinen Dinge, die uns ausmachen, die Dinge, die wir an uns mögen, die Dinge, die uns Kraft geben!
Dieser Blick nach innen lässt uns erstarken gegenüber dem, was an uns von außen herangetragen wird. 

Was mag ich an mir selbst gerne? Was hat mich schon immer vorangetrieben in meinem Tun? Worüber freue ich mich, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist? Wie wird mir „warm ums Herz? 

Ich arbeite an den Ankerpunkten meines Lebens aus mir selbst heraus. Denn diese kann ich beeinflussen. Sie bin ich in der Lage zu vermehren! Sie kann ich größer werden lassen! 

Dieser Blick nach innen, lässt uns nach außen erstarken und dann kann ich auch wieder „ein kleines bisschen Blau“ in meinem Alltag sehen. 

Meine Wegbegleiter